Serie | Microsoft Power BI Datamarts

Power BI. Power BI kann viel. Aber nicht alles. In Sachen Data Governance und Wiederverwendbarkeit von Datensets gibt es noch Luft nach oben. Folgendes Szenario: Unser Mitarbeiter Fred hat ein Datenmodell erstellt, dass er in mehreren Projekten benutzen möchte. Fred setzt dazu ein Microsoft Shared Dataset auf. Kurz darauf wird er von den jeweiligen Projektleads kontaktiert. Projektleiterin A kommt mit der bitte auf ihn zu, ein paar Änderungen am Datenset vorzunehmen. Projektleiter B ist mit dem von Fred erstellten Datenmodell zufrieden. Projektleiterin C hingegen möchte eine zusätzliche Spalte in einer der Tabellen. Da sich jegliche Änderungen im Datenmodell auf alle Projekte auswirken würden, kann Fred mit der Verwendung von Microsoft Shared Datasets nicht auf die Wünsche der Projektleads eingehen. Um alle zufrieden zu stellen, müsste er drei verschiedene Datenmodelle erstellen. Fred fragt sich, ob es nicht eine bessere Lösung für sein Problem gibt. Spoiler: Die gibt’s.

Generell ist es möglich, Freds Problem durch eine Kombination aus Microsoft Dataflows und Microsoft Shared Datasets anzugehen, und die Teile der Power BI Entwicklungsarchitektur zu separieren. Das ist aber umständlich, mit einem hohen Zeitaufwand verbunden und die Zusammenarbeit aufgrund von potentiellen Speicherüberschreibungen fehleranfällig. Wohl angemerkt sei hier auch, dass es bei bisherigen Lösungen kein Power BI eigenes Repository, also keinen richtigen Speicherort, also eine Datenbank bzw. ein Data Warehouse gab.

Fassen wir zusammen: Änderungen in einem Datenmodell – basierend auf Shared Datasets – ziehen sich durch alle Projekte, die auf dieses Modell zurückgreifen. Die Zusammenarbeit gestaltet sich schwierig also schwierig.

Und jetzt? Jetzt kommt Power BI Datamart ins Spiel.

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Was ist Datamarts?

Datamart ist eine Capability von Power BI Premium, die es ermöglicht, eine Datenbank in Power BI zu bauen. Genauer: Datamart ist ein Datenfluss, der Daten von einer Datenquelle liest, über Power Query transformieren und Tabellen in gewünschter weise bearbeiten lässt. Datamart speichert Daten hierbei in einer Azure SQL Database, also einer relationalen Datenbank welche als Data Warehouse fungieren kann. Letztlich kann auf Basis dessen ein Datenmodell, also Relationen, Kalkulationen und DAX-Measures erstellt und geteilt werden. Und alles im Browser in einer Web-UI verpackt – as simple as that.

 

Wie funktioniert Datamarts?

Benutzer können durch Datamart in einer vollständig verwalteten Datenbank Daten speichern, erkunden und benutzen. Das bedeutet, dass sich Business und Citizen User nicht um die Erstellung, Konfiguration und Wartung von Datensätze kümmern, und somit keine Performanceeinbuße oder Verfügbarkeitsprobleme befürchten müssen. Nach der Power Platform Manier, zeichnet sich auch Datamarts durch eine no-code/low-code Entwicklungsumgebung aus, welche es auch nicht IT-Spezialisten ermöglicht, geeignete Vorkehrungen zu treffen und den ETL (Extract, Transform & Load) Prozess effizient zu durchlaufen. Sobald die gewünschten Daten geladen sind, können Relationen zwischen den Datensets und weitere Richtlinien für den späteren Arbeitsverlauf definiert werden.

 

Für wen ist Datamarts gedacht?

Datamarts ist für Business User als auch IT-Spezialisten gedacht. Datamart soll keine Alternative für Big Data Warehouses darstellen, für den alltäglichen Businessgebrauch jedoch schon. Laut Microsoft ist es Datamarts Ziel, die Lücke zwischen Business Usern und IT zu füllen. Begründet wird dies damit, dass es in großen Organisationen oftmals zu Ineffizienzen kommt, da IT-Abteilungen oft eine lange Zeit benötigen, um Datenbanken zu aktualisieren oder auf Änderungswünsche von Business Usern einzugehen. Die Konsequenz: Business User weichen häufig auf andere, nicht geprüfte und gesicherte, möglicherweise nicht aktualisierte oder richtig formatierte Datenquellen zurück und setzten somit Sicherheit, Geschwindigkeit und Verfügbarkeit aufs Spiel – Stichwort: Single Source of Truth. Datamart möchte Business oder Citizen User ohne SQL oder Datenbankkenntnisse helfen, sich selbst zu helfen, für sich passende Datenbanken und Modelle zu entwickeln.

Um den Bogen zu schließen und ein handfestes Beispiel zu geben: Datamarts richtet sich vor allem an Benutzer, die Domäne orientiert Daten aus verschiedenen Quellen benötigen, um eigene Datenmodelle und Datensammlungen zu erstellen, diese gesichert über Organisationsgrenzen hinweg teilen wollen, um dadurch letztendlich Business Issues durch Reporting beantworten zu können. Ganz nach der Devise: Self-Service Business Intelligence.

Die Vorteile von Datamart liegen Fred nun auf der Hand: Durch Anpassungen am Datenmodell entstehen keine kaskadierenden Effekte und er kann beliebig oft Individualisierte Änderungen vornehmen oder sogar den Leads die Gestaltung ihrer schlanken, Domäne orientierten und individualisierten Datenmodelle selbst überlassen, ohne Verfügbarkeitsprobleme befürchten zu müssen, da alle Daten bereits in der Power BI Umgebung vorhanden sind – und alles ohne SQL oder Code Kenntnissen.

 

Lizenzen

Eine Power BI Lizenz ist ausreichend – entweder Premium per Capacity oder Premium per User. Eine Separate Power BI Datamart Lizenz gibt es nicht. Keine Drittanbieter, keine weiteren Hindernisse durch Lizenzierungsprobleme. Einzige Voraussetzung ist ein Workspace basierend auf einer neuen Gen2-Kapazität.

 

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Ihre Ansprechpartnerin

Microsoft Power Platform Experte

Linh Heubeck

linh.heubeck@datalytics-consulting.com